Die ANNA wurde 1875 in Frederikshaven/Dänemark zu Wasser gelassen. Die Werft ist heute nicht mehr bekannt. Fortan tat sie ihren Dienst als Fischereifahrzeug. Täglich segelte sie mit der Mannschaft raus auf See zu den besten Fanggründen und brachte alle wieder zuverlässig in den sicheren Hafen.
Der Name Haikutter bedeutet übrigens nicht, dass mit ihr Haie gefangen wurden. Nein, es ist ein dänischer Begriff für die Fischfangart die mit ihr betrieben wurde. Mit Hilfe eines Ruderbootes wurde das eine Ende des Netzes ausgebracht, dass andere Ende blieb am Schiff. War das Netz ganz ausgelegt, brachte das Ruderboot das lose Ende zurück und vom Schiff aus wurden beide Enden eingezogen, so dass der Fisch wie in einem Beutel gefangen war. Der Fisch wurde übrigens im Mittschiffsbereich lebend transportiert. Hierzu war der Bereich, den man offene Bünn nennt, mit Seewasser gefüllt. Auf diese Weise blieb der Fisch bis zum Hafen frisch.
Die ANNA wurde dann nach Norwegen verkauft und arbeitete als „RUSEFISKEREN" weiter als Fischereifahrzeug. Außerdem bekam sie einen 10PS Hilfsmotor.
Im 2. Weltkrieg wurde sie wohl viel zum Schmuggeln eingesetzt. Obwohl sie in den 50ern den heute immer noch tätigen Motor erhielt, hat es sich für den Eigner wohl nicht mehr gelohnt sie weiter Fischereidienst zu betreiben. So gammelte sie vor sich hin bis sie 1977 von einem Deutschen entdeckt wurde und er sie offensichtlich für so gut und erhaltenswert hielt um sie zu kaufen, nach Deutschland einzuführen und mit der Wiederherrichtung zu beginnen. Sie wurde als Ketsch geriggt und bekam einen Innenausbau.
Es folgten 2 Eignerwechsel und eine Überführung auf die Kanarischen Inseln. Hier hat Skipper Christian das Schiff entdeckt und erworben. Seither haben wir viel Zeit und Geld investiert um sie von Grund auf zu restaurieren. U.a. bekam sie ein neues Rigg und segelt jetzt wieder als Schooner. Das Schiff bestimmt weitgehend unser Leben.